Jasmin Huber

Corporate Design auf einen Blick: Branding Board

Hast du dir dein Logo mit Wordart erstellt, es auf einem Logo-Markt für günstiges Geld eingekauft oder gar ein gebrauchtes bei ebay ersteigert? Oder gehörst du schon zu den professionellen Hobby-Designern, die sich ihr Logo mit einem Logo-Generator erstellen (ja kein Scherz – das gibt es wirklich)?

Eben diesen Logo-Generator wollte ich unbedingt ausprobieren, denn wer weiß vielleicht kommt ja wirklich ein tolles Logo bei rum und ich erspare mir in Zukunft sehr viel Arbeit. Hier ein kleiner Überblick über die Logos, die mir nach einem kurzen automatisierten Briefing vorgeschlagen wurden:

Da ich nun nichts nettes dazu schreiben kann, werde ich das Ergebnis einfach mal für sich sprechen lassen. Ich möchte mich auch gar nicht darüber ärgern oder gar lustig machen, denn dieser Logo-Generator hat mit Sicherheit seine Daseinsberechtigung – aber eben nicht für ein professionelles Business.

Corporate Design – schon Mal gehört?

Ein professionell Corporate Design ist ganz individuell auf genau dein Unternehmen abgestimmt. Die Farben passen zu deinen Unternehmenswerten, das Logo spiegelt deine Dienstleistung oder deine Produkte wider und die Schriften unterstützen dieses Erscheinungsbild. Jedes Business sollte ein professionell erstelltes Corporate Design haben, würde ich dir als Grafikdesignerin definitiv raten.

Ein Corporate Design beinhaltet das gesamte optische Erscheinungsbild für dein Business und sorgt dafür, dass alle Werbemaßnahmen konsistent gestaltet werden können. So ist sichergestellt, dass dein Außenauftritt immer einheitlich ist und alles, was an Werbemitteln hinzu kommt, nach gewissen Vorgaben angefertigt werden kann. Die Bestandteile eines Corporate Design sind mindestens:

  • Gestaltung
    basierend auf der Identität deines Unternehmens bzw. deinen Werten und abgestimmt auf deine Zielgruppe
    • Farbkonzept
    • Schriftenauswahl
    • Logo in verschiedenen Varianten
    • Designelemente, Schmuckelemente, Zeichen, Icons, …
    • Bildsprache
  • die Anwendung der Designelemente in diversen Werbe- und Kommunikationsmitteln

Idealerweise werden alle Corporate Design Elemente in einem Handbuch zusammengefasst. Dieses Handbuch nennt man Design Manual.

Wie sieht so ein Design Manual aus?

Ein Design Manual erfasst alle Richtlinien zur Gestaltung für das Erscheinungsbild deiner Unternehmens. Dort sind die grundlegenden Elemente abgebildet und erklärt. Es wird ganz genau festgehalten, wie das Logo, die Schriften usw. verwendet werden dürfen, welche Abstände eingehalten werden sollen und wie Elemente zueinander angeordnet werden dürfen. Außerdem werden Formate für sämtliche Drucksachen definiert und eine grundlegende Gestaltungsvorlage für alle Werbemittel abgebildet.

Wofür braucht man denn ein Design Manual?

Ein Design Manual sorgt dafür, dass sowohl die eigenen Mitarbeiter wissen, wie Werbemittel und Kommunikationsmitteln erstellt werden sollen, vor Allem aber, dass andere Dienstleister eine konkrete Vorlage bekommen, welche Richtlinien sie einzuhalten haben, damit ein einheitliches Erscheinungsbild gewährleistet ist. Außerdem können sämtliche Medien jederzeit nachproduziert werden. Also eine super Sache, oder? Jein – Ein Design Manual ist wirklich absolut hilfreich, aber auch wirklich sehr umfangreich und kostenintensiv in der Herstellung. Viele große Unternehmen lassen sich das Design Manual nicht mehr wie bisher weit verbreitet als Buch drucken oder als PDF erstellen, sondern sind dazu über gegangen ihre Gestaltungsrichtlinien digital für alle sichtbar – also online – zur Verfügung zu stellen. So hat jeder sofort Zugriff darauf und Anpassungen (zum Beispiel bei einem Redesign) sind sehr schnell integriert.

Beispiele von großen Unternehmen

Die großen machen es vor – viele große Unternehmen gehen mit gutem Beispiel voran und haben direkt ein komplettes Branding-Portal aufgezogen. Wow – ein Blick lohnt sich:

Audi
https://www.audi.com/ci/de/renewed-brand.html

Deutsche Bahn
https://marketingportal.extranet.deutschebahn.com/

Lufthansa
https://frontify.lufthansa.com/d/Sy9Wlqgm4YPF

Wenn du nun einen Blick auf diese drei Portale geworfen hast und nach hinten über kippst … völlig zu Recht: Diese Branding-Portale sind schon echt umfangreich.

Brauche ich auch ein Design Manual?

Ja, dein Design Manual hilft dir, dass deine definierten Vorgaben konsequent eingesetzt werden um deine Werbemittel zu gestalten. Es kann einfach an sämtliche Dienstleister, wie Agenturen, Programmierern, Druckereien, usw. ausgehändigt werden. Dein Corporate Design muss konsequent angewendet werden, um dir den Nutzen zu bringen, den ich dir weiter oben schon erklärt habe.

Wenn du nun frisch ins Business startest oder gerade vorhast, dich selbstständig zu machen, dann empfehle ich dir, nicht mit einem 200 Seiten umfangreichen Design Manual zu starten.

Übrigens habe ich dazu eine passende Podcastfolge aufgezeichnet:

Aber was ist denn jetzt die Alternative zu einem umfangreichen Design Manual?

Branding Board – die kleine Alternative zum Design Manual

Was ist denn jetzt schon wieder ein Branding Board? Kurz gesagt: ein kleines Design Manual (wirklich sehr klein). Wie beim Design Manual sind auf einem Branding Board die wesentlichen Elemente aus deinem Corporate Design festgehalten.

Wofür du ein Branding Board brauchst

Mit deinem eigenen Branding Board hast du stets deine Designelemente griffbereit und kannst jederzeit deine Farbwerte nachschauen. Das hilft dir vor allem, wenn du deine Werbemaßnahmen gerne selbst umsetzten möchtest oder dir sogar deine eigene Website erstellen möchtest. Überall brauchst du die richtigen Farbwerte und Namen deiner Schriftarten.

Was kommt alles auf ein Branding Board drauf?

Natürlich kommt es immer etwas auf die Branche an und dein ganz individuelles Ziel an, aber die meisten Branding Boards, die ich erstelle beinhalten mindestens die folgenden Elemente:

  • Logo
  • Logovarianten
  • Farbauswahl mit Farbwerten (Hex, RGB, CMYK)
  • Schriften
  • Mood-Board

Ich zeige dir gerne ein Beispiel aus einem aktuellen Kundenprojekt. Der liebe Adrian hat mir erlaubt, sein Projekt hier vorzustellen. Adrian ist Finanzcoach und kümmert sich darum, dass alle, die gerade fertig mit dem Studium sind oder ihre Ausbildung beendet haben, ihre finanziellen Träume erreichen können. Passend zu Adrian, seinen Werten und zur Zielgruppe habe ich ihm zwei verschiedene Varianten erstellt.

Besucht auch gerne mal die Website von Adrian, dort erfahrt ihr mehr über seine Arbeit. Übrigens durfte ich die Website auch neu gestalten:

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.